Kurz gesagt: Rohes Schweinefleisch dürfen Katzen nicht fressen. Gut durchgegartes, mageres und ungewürztes Schweinefleisch ist in einer winzigen Menge zwar nicht gefährlich, bringt deiner Katze aber auch keinen Vorteil. Schinken, Wurst, Speck, Krustenbraten und Knochen sind dagegen echte Risiken.
Warum das so ist und was du tun solltest, wenn deine Katze doch etwas vom Teller stibitzt hat, erklären wir hier.
Schweinefleisch für Katzen: die schnelle Übersicht
| Was | Für Katzen geeignet? | Warum |
|---|---|---|
| Rohes Schweinefleisch | Nein | Aujeszky-Virus, Parasiten, Bakterien |
| Gekochtes, mageres Schweinefleisch ohne Gewürze | Nur als Mini-Häppchen | Viel Fett, kein Nutzen |
| Gewürzter Braten, Gulasch, Geschnetzeltes | Nein | Zwiebeln, Knoblauch, Salz |
| Schinken, Salami, Speck, Leberwurst | Nein | Sehr viel Salz, Fett und Pökelsalz |
| Krustenbraten, Schweineschwarte | Nein | Extrem fettig und salzig |
| Gekochte Schweineknochen | Nein | Splittern, Verletzungsgefahr |
Warum rohes Schweinefleisch für Katzen tabu ist
Wer seine Katze roh ernährt (BARF), hört diesen Satz oft: Kein rohes Schweinefleisch. Dafür gibt es gute Gründe.
Die Aujeszkysche Krankheit
Der wichtigste Grund ist die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt. Sie wird durch ein Herpesvirus ausgelöst, das bei Schweinen und Wildschweinen vorkommt. Für Schweine ist es oft harmlos, für Katzen und Hunde verläuft eine Infektion dagegen praktisch immer tödlich. Es gibt keine Behandlung.
Hausschweinbestände in Deutschland gelten zwar als frei von dem Virus, bei Wildschweinen kommt es aber weiterhin vor. Da du bei rohem Fleisch nie sicher sein kannst, woher es stammt und womit es in Kontakt war, gilt die einfache Regel: Rohes Schweinefleisch, rohes Wildschwein und rohe Schweineinnereien gehören nicht in den Katzennapf. Durch gründliches Erhitzen wird das Virus abgetötet.
Parasiten und Bakterien
Rohes Schweinefleisch kann außerdem Parasiten wie Toxoplasmen oder Trichinen enthalten und Bakterien wie Salmonellen oder Listerien. Der Verdauungstrakt von Katzen ist zwar säurehaltig, aber kein sicherer Schutz gegen hohe Keimbelastungen. Und Keime, die deine Katze aufnimmt, können auch für Menschen im Haushalt ein Risiko sein.
Auch gekochtes Schweinefleisch ist kein guter Snack
Durch Kochen sind Viren, Parasiten und Bakterien kein Thema mehr. Ein gesunder Leckerbissen wird Schweinefleisch dadurch trotzdem nicht.
Zu viel Fett: Risiko Bauchspeicheldrüsenentzündung
Viele Teile vom Schwein sind sehr fettreich. Eine plötzliche, fettige Mahlzeit kann bei Katzen eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) begünstigen. Die ist schmerzhaft und muss tierärztlich behandelt werden. Typische Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Erbrechen, Rückzug und ein empfindlicher Bauch.
Langfristig: Übergewicht
Regelmäßige fettige Häppchen vom Tisch tragen zu Übergewicht bei, und Übergewicht erhöht bei Katzen das Risiko für Diabetes, Gelenkprobleme und Leberverfettung. Wie gefährlich Leberverfettung ist, wenn eine Katze plötzlich nicht mehr frisst, erklären wir im Artikel Katze frisst nicht mehr.
Das eigentliche Problem: was wir zum Fleisch dazugeben
Selbst wenn du das Fett wegschneidest und das Fleisch gut durchgarst: Was wir für uns kochen, ist für Katzen fast immer ungeeignet.
Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze
Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch und Lauch gehören zu den Lauchgewächsen. Sie enthalten Stoffe, die die roten Blutkörperchen von Katzen schädigen und zu einer Blutarmut führen können. Das gilt auch für Pulver, Soßen und Brühen. Ein Stück Braten aus der Soße ist deshalb keine gute Idee.
Salz und Pökelsalz
Schinken, Salami, Speck, Kassler und Leberwurst sind gepökelt oder stark gesalzen. Für den kleinen Körper einer Katze ist das eine Menge Salz, und Pökelsalz enthält zusätzlich Nitrit. Auch wenn deine Katze bei Wurst verrückt spielt: Sie ist kein geeigneter Snack.
Knochen
Gekochte Knochen werden spröde und splittern leicht. Die scharfen Splitter können Maul, Speiseröhre oder Darm verletzen oder Verstopfungen verursachen. Gib deiner Katze deshalb niemals gekochte Schweineknochen, etwa von Koteletts oder Rippchen.
Wenn überhaupt: so geht es sicher
Wenn du deiner Katze trotzdem einmal etwas Schweinefleisch geben möchtest:
- Nur mageres Fleisch, zum Beispiel Filet, ohne Fettrand
- Vollständig durchgegart, ohne rosa Stellen
- Ohne Salz, Gewürze, Zwiebeln, Knoblauch, Soße oder Marinade
- Ohne Knochen
- Ein Stückchen nicht größer als dein Daumennagel, und nur gelegentlich
Bessere Alternativen
Wenn du deiner Katze etwas Gutes tun möchtest, gibt es bessere Optionen:
- Gekochtes Hühnchen oder Pute ohne Haut und Gewürze
- Ein Teelöffel Thunfisch im eigenen Saft (nicht in Öl, nicht regelmäßig)
- Hochwertige Katzensnacks mit hohem Fleischanteil und ohne Zucker
Deine Katze hat Schweinefleisch gefressen: was jetzt?
Erst einmal: Ruhe bewahren. Nimm übrig gebliebenes Fleisch weg und beobachte deine Katze in den nächsten 24 bis 48 Stunden genau.
Wann du sofort zum Tierarzt solltest
- Sie hat rohes Schweinefleisch oder rohes Wild gefressen und zeigt Auffälligkeiten wie starken Juckreiz, Speicheln, Unruhe oder Verhaltensänderungen
- Sie hat einen Knochen gefressen und würgt, speichelt, frisst nicht oder hat Schmerzen
- Wiederholtes Erbrechen, blutiger Durchfall, starke Schwäche oder ein harter, schmerzender Bauch
- Sie hat etwas mit Zwiebeln oder Knoblauch gefressen, besonders in größerer Menge
Bei rohem Schweinefleisch ruf am besten auch ohne Symptome deine Tierarztpraxis an und schildere, was passiert ist. Die Praxis kann einschätzen, wie hoch das Risiko ist.
Wann Beobachten reicht
Hat deine Katze ein kleines Stück gekochtes, mageres Fleisch ohne Gewürze erwischt und verhält sich normal, reicht es meist, sie zu beobachten. Frisst sie danach nicht mehr, erbricht sie oder zieht sie sich zurück, lass sie untersuchen.
Tipp für Tierhalter und Sitter
Gerade wenn jemand anderes deine Katze betreut, entstehen solche Situationen schnell: Auf dem Zettel steht "liebt Schinken", der Sitter will es gut machen. Schreib in die Übergabe-Infos deshalb nicht nur, was deine Katze mag, sondern auch, was sie auf keinen Fall bekommen darf. Wie eine gute Übergabe beim Haussitting aussieht, haben wir in einem eigenen Ratgeber beschrieben.
Häufige Fragen
Dürfen Katzen gekochtes Schweinefleisch essen?
In winzigen Mengen und nur mager, durchgegart und ungewürzt. Einen echten Nutzen hat es nicht, besser sind Hühnchen oder Pute.
Dürfen Katzen Schinken essen?
Lieber nicht. Schinken ist gepökelt und sehr salzig. Ein kleines Stück ist meist kein Notfall, als Leckerli ist Schinken aber ungeeignet.
Ist Bio-Schweinefleisch für Katzen besser?
Für die Katze ändert das wenig. Der Fettgehalt bleibt gleich, und auch bei Bio-Fleisch solltest du es niemals roh füttern.
Dürfen Katzen Wildschwein fressen?
Roh auf keinen Fall, denn Wildschweine sind der Hauptüberträger der Aujeszkyschen Krankheit. Durchgegart gelten die gleichen Regeln wie bei Schweinefleisch.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Wenn du unsicher bist, ruf deine Tierarztpraxis an.
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